T-safe im Fokus

Risiken bei der Wiederaufbereitung endständiger Sterilfilter

Bei T-safe legen wir großen Wert auf die Sicherheit und Qualität unserer enständigen Sterilfilter. Damit verbunden ist auch unsere Entscheidung, auf wiederaufbereitbare enständige Sterilfilter zu verzichten. Nachfolgend erläutern wir die Gründe, die zu dieser Entscheidung führten:

By Joachim Otto Habel, Ph.d. Membrane Technology
Januar 29, 2024

Aus Gründen von Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit ergaben sich Intentionen, endständige Sterilfilter wiederaufzubereiten. Dies birgt jedoch verschiedene Probleme und Risiken, weswegen wir uns davon wieder entfernt haben.

Das manuelle Wiederaufbereiten von endständiger Sterilfilter brachte enttäuschende Ergebnisse, und das bakterielle Rückhaltevermögen verschlechterte sich signifikant1,2. Manuelle Wiederaufbereitung ist riskant und gefährdet die hygienische Integrität dieser kritischen Geräte.

Die automatische Wiederaufbereitung mithilfe hochmoderner Technologien wie Reinigungs- und Desinfektionsgeräten von Miele bei hohen Temperaturen (92-115 °C) scheint zwar erfolgversprechender, ist aber dennoch nicht sicher. Im Allgemeinen werden ausreichende bakterielle Rückhaltevermögen gemessen, aber es gibt dennoch Ausnahmen1. Das Auftreten von Bakteriendurchbrüchen war selbst nach erfolgreichen Integritätstests festzustellen. Dies unterstreicht den prekären Charakter einer Wiederaufbereitung1-4.

Oberflächenporen, die einen wichtigen Bestandteil des Filtrationsprozesses darstellen, können eine erfolgreiche Desinfektion und Sterilisation behindern5. Zu den verschiedenen Risiken einer Wiederaufbereitung gehören zum Beispiel Membranschäden durch Trocknung und Reinigungsmittelrückstände sowie verstopfte Poren, die den Zugang zu Reinigungsmittel behindern. Die Zersetzung von Membranmaterial, die nicht genau modelliert werden kann, stellt eine weitere ernst zu nehmende Schwierigkeit für eine ordnungsgemäße Integritätsvalidierung dar4. Herkömmliche Integritätstests erkennen unter Umständen nicht die durch die Wiederaufbereitung verursachten dünner werdenden Bereiche der Membran, durch welche Bakterien möglicherweise passieren können4.

 

Aufbereitung anderer Geräte

Weitere Erkenntnisse lassen sich anhand der Aufbereitung anderer Geräte wie Dialysatoren und Endoskopen gewinnen. Dialysatoren, die im Falle eines Nierenversagens Blut filtern und daraus Abfallstoffe und Salz entfernen, werden oft mit derselben Art von Membran wie endständige Sterilfilter hergestellt. Die Einstellung der Produktion von wiederaufbereiteten Dialysatoren durch große Hersteller in westlichen Ländern spricht Bände6.

Endoskope, also Medizingeräte für Einsichten in das Körperinnere, wurden in der Vergangenheit wiederaufbereitet. Jedoch weisen wiederaufbereitete Endoskope unabhängig von Typ, Alter und Nutzungshäufigkeit Kontaminationsprobleme auf7-8. Die manuelle Reinigung ist dabei von entscheidender Bedeutung, allerdings zeigen Studien, dass bis zu 92 % der Endoskope nicht richtig gereinigt werden9. Fehler bei der Wiederaufbereitung, insbesondere im Zusammenhang mit unsachgemäßer Reinigung, machen deutlich, wie schwierig das zuverlässige Erreichen der gewünschten Ergebnisse ist10,11.

 

Umweltauswirkungen

Hinzu kommt, dass aufgrund der erforderlichen persönlichen Schutzausrüstung, die beim Umgang mit den Geräten verwendet wird, die Umweltbelastung durch die Aufbereitung erheblich ist. Ein doppelt so hoher Energieverbrauch sowie ein doppelt so hoher CO₂-Fußabdruck durch einen Endoskop-Wiederaufbereitungszyklus verglichen mit Einweg-Endoskopen machen deutlich, dass es mit der Nachhaltigkeit einer Wiederaufbereitung bei Medizinprodukten komplizierter ist als man intuitiv annehmen würde12.

 

Position der Aufsichtsbehörden

Aufsichtsbehörden, unter anderem die FDA, äußern Bedenken hinsichtlich der Wiederaufbereitung von Sterilfiltern4. General Electric und Medela raten bei der Herstellung steriler Arzneimittel von der wiederaufbereiteten Sterilfiltern ab und heben die möglichen Gefahren hervor, die damit verbunden sind4.

 

Fazit

Die Wiederaufbereitung endständiger Sterilfilter stellt trotz gut gemeinter Motive ein hygienisches und logistisches Minenfeld dar. Die Herausforderungen bei der Inspektion und Validierung gepaart mit dem erheblichen Kontaminationsrisiko machen unserer Meinung nach deutlich, dass die Wiederaufbereitung endständiger Sterilfilter trotz angestrebter Nachhaltigkeit und Kosteneinsparungen ein Wagnis bleibt und nicht angeraten ist.

Referenzen

  1. 1. Daeschlein G, Krüger WH, Selepko C, Rochow M, Dölken G, Kramer A. Hygienic safety of reusable tap water filters (Germlyser) with an operating time of 4 or 8 weeks in a haematological oncology transplantation unit. BMC infect Dis, 7, 2007,
  2. 2. Vonberg RP, Sohr D, Bruderek J, Gastmeier P. Impact of a silver layer on the membrane of tap water filters on the microbiological quality of filtered water. BMC Infect Dis, 8, 2008, 133.
  3. 3. Wendt C, Weist K, Schlattmann P, Rüden H. Field study to obtain Legionella-free water from showers and sinks of a transplantation unit by a system of water filters. Zentralbl Hyg Umweltmed, 196 (6) 1995, pp. 515-531.
  4. 4. Pall Life Sciences. Considerations on Re-Use of Sterilizing-Grade Filters. Scientific report, Pall Life Sciences, Port Washington, NY, USA, 2009.
  5. 5. Vearncombe M et al. Best Practices for Cleaning, Disinfection and Sterilization of Medical Equipment+Devices In All Health Care Settings, 3rd edition. Technical guideline, Public Health Ontario, Toronto, Canada, 2013.
  6. 6. Golper TA, Schwab SJ, Berns JS, Taylor EN. Reuse of dialyzers. Scientific report, University of Vermont, Burlington, VT, USA, 2022.
  7. 7. Rauwers AW, Voor in’t Holt AF, Buijs JG, de Groot W, Hansen BE, Bruno MJ, Vos MC. High prevalence rate of digestive tract bacteria in duodenoscopes: a nationwide study. Gut, 67 (9) 2018, pp. 1637-1645.
  8. 8. Rauwers AW, Voor in’t Holt AF, Buijs JG, de Groot W, Erler NS, Bruno MJ, Vos MC. Nationwide risk analysis of duodenoscope and linear echoendoscope contamination. Gastrointest Endosc, 92 (3) 2020, pp. 681-691.
  9. 9. Ofstead CI, Quick MR, Eiland JE, Adams SJ. A Glimpse at the True Cost of Reprocessing Endoscopes: Results of a pilot project. Scientific report, International Association of Healthcare Central Service Materiel Management, Chicago, IL, USA, 2017.
  10. 10. Beilenhoff U, Neumann CS, Rey JF, Biering H, Blum R, Schmidt V. ESGE–ESGENA guideline for quality assurance in reprocessing – Microbiological surveillance testing in endoscopy. Endoscopy, 39 (2) 2007, pp. 175-181.
  11. 11. Pyrek KM. Best Practices for High-Level Disinfection and Sterilization of Endoscopes. Infection Control Today, Mar 2012. Abgerufen von https://www.mdrao.ca/wp-content/uploads/2012/04/asset-best-practices-for-high-level-disinfection-and-sterilization-of-endoscopes.pdf
  12. 12. Sørensen BL, Grüttner H. Comparative Study on Environmental Impacts of Reusable and single-use bronchoscopes. Am J Environ Prot, 7 (4) 2018, pp. 55-62.

Möchten Sie mehr über die T-safe Sterilfiltration erfahren?

Related insights

T-safe im Fokus Pseudomonas aeruginosa auf dem Vormarsch: Erfahren Sie mehr über seine Bedrohung im Gesundheitswesen